So weit, so gut, so plastikfrei…

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Seit zwei Tagen bin ich nun in meinem geliebten Südtirol, genauer gesagt im Vinschgau. Gerade schaue ich aus meinem traumhaften Wintergarten hinauf zu Madatschspitze und den Gletschern, die sich unterhalb weit hinab ziehen. Ich habe das große Glück hier drei Wochen in einem wunderschönen kleinen Holzhaus verbringen zu dürfen. Ich schreibe, bereite meine Tour vor, trainiere und gehe auch hoffentlich noch einige Hochtouren, wenn das Wetter entsprechend wird. Und in der gemütlichen Küche dörrt die Maschine währenddessen fleissig weiter mein Trekkingfood. „So weit, so gut, so plastikfrei…“ weiterlesen

Umweltschutz ist Respekt

Die Umwelt zu schonen und zu schützen ist einer der wichtigsten Aspekte für mich, wenn ich in der Natur unterwegs bin. Dazu gehört nicht nur, dass man seinen Müll nicht liegenlässt, sondern auch ein respektvoller Umgang mit der Umwelt im Allgemeinen. Ich empfinde mich als Gast am Berg. Es ist ein Privileg, dort sein zu dürfen.

Auf meinen Touren versuche ich einen so minimalen ökologischen Fußabdruck wie möglich zu hinterlassen. Ich kaufe im Tal verpackungsfrei ein, und unterwegs habe ich einen Beutel am Hüftgurt in den ich unterwegs gefundenen Müll einsammle. Es ist schön saubere Wege zu hinterlassen. Beim biwakieren meine ich den minimalen Fußabdruck wörtlich: wenn ich morgens mit gepacktem Rucksack vor meinem Schlafplatz stehe, verraten höchstens ein paar umgeknickte Gräser noch, dass ich hier lag. Und die wärmende Sonne wird sie wohl wieder aufrichten. Mir bereitet diese Art unterwegs zu sein Freude und ich kann mich der Natur mehr verbunden fühlen. 

Erst mit der Zeit habe ich gelernt, dass ich auch einen unsichtbaren Fußabdruck hinterlasse. Vermutlich gibt es das ein oder andere Tier, das von meiner nächtlichen Anwesenheit irritiert wird und das Weite sucht. Ich achte deshalb bei der Wahl meines Schlafplatzes sehr darauf, die Tierschutzzonen zu meiden.

Mit der Zeit haben mich jubelnde oder rufende Menschen am Berg zunehmend gestört. Das liegt daran, dass mir scheint als würden sie sich damit selbst auf unpassende Weise in den Mittelpunkt stellen. So sehr ich die Freude, die sich in einem Jubelschrei ausdrückt oder die Faszination an einem Echo nachvollziehen kann, das Verhalten an sich passt nicht zu einem respektvollen Verhalten am Berg, zumal das laute Rufen auch den Notfällen vorbehalten bleiben sollte.

Eine sich hartnäckig haltende Fehlinformationen führt zu Verschmutzung aus Unwissenheit: Bananenschalen und die Schale von Zitrusfrüchten verrotten am Berg sehr viel langsamer als anderer Kompost. Deshalb sollte man sie auch wieder mit ins Tal nehmen. Und Klopapier oder Taschentücher verrotten auch nicht so einfach. Das Verbrennen von Klopapier – wenn es denn notwendigerweise draußen eingesetzt werden musste – bietet lustige Momente: scheinbar andächtig kannst du neben deinem „Werk“ sitzenbleiben, wenn du inmitten eines fantastischen Bergpanoramas darauf wartest, bis das Klopapier endlich zu kalter Asche zerfallen ist…

Verrottungszeiten: Müll am Berg

  • Kaugummi: 5 Jahre
  • Zigarettenstummel: 2 – 7 Jahre
  • Taschentuch: 1 – 5 Jahre
  • Bananenschale: 1 – 3 Jahre
  • Nylonfasern: 60 Jahre
  • Plastiksack: 120 Jahre
  • Blechdose: 500 Jahre
  • Plastikflasche: 500 – 1.000 Jahre