So weit, so gut, so plastikfrei…

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Seit zwei Tagen bin ich nun in meinem geliebten Südtirol, genauer gesagt im Vinschgau. Gerade schaue ich aus meinem traumhaften Wintergarten hinauf zu Madatschspitze und den Gletschern, die sich unterhalb weit hinab ziehen. Ich habe das große Glück hier drei Wochen in einem wunderschönen kleinen Holzhaus verbringen zu dürfen. Ich schreibe, bereite meine Tour vor, trainiere und gehe auch hoffentlich noch einige Hochtouren, wenn das Wetter entsprechend wird. Und in der gemütlichen Küche dörrt die Maschine währenddessen fleissig weiter mein Trekkingfood. „So weit, so gut, so plastikfrei…“ weiterlesen

Plastik raus!

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Es gab ein Erlebnis in Schottland, das mich nachhaltig geprägt hat: Als wir nach stundenlangem Wandern durch die wilden schottischen Highlands über einen Pass am südlichen Ende von Skye kamen, sahen wir vor uns das Meer. Aber etwas war seltsam an dem weiten und hellen Strand. Er war bunt. Dort angekommen bot sich ein schockierendes Bild, denn der ganze Strand war von Plastikmüll bedeckt. Ich habe damals schon einen Beitrag dazu geschrieben. „Plastik raus!“ weiterlesen

Umweltschutz ist Respekt

Die Umwelt zu schonen und zu schützen ist einer der wichtigsten Aspekte für mich, wenn ich in der Natur unterwegs bin. Dazu gehört für mich nicht nur, dass man seinen Müll nicht liegenlässt, sondern auch ein respektvoller Umgang mit der Umwelt im Allgemeinen. Ich empfinde mich als Gast am Berg. Für mich ist es ein Privileg, dort sein zu dürfen.

Auf meinem „Way West“ habe ich versucht einen so minimalen ökologischen Fußabdruck wie möglich zu hinterlassen. Ich habe im Tal verpackungsfrei eingekauft, und unterwegs hatte ich immer einen Beutel am Hüftgurt in den ich unterwegs gefundenen Müll eingesammelt habe. Es ist schön, die saubere Wege hinter sich zu lassen. Beim biwakieren meine ich das hinterlassen des minimalen Fußabdrucks sogar wörtlich: wenn ich morgens mit gepacktem Rucksack vor meinem Schlafplatz stand, haben höchstens ein paar umgeknickte Gräser noch verraten, dass ich hier lag. Und die wärmende Sonne wird sie wohl wieder aufgerichtet haben. Mir hat diese Art unterwegs zu sein eine tiefe Freude bereitet. Als könne man eins werden mit der Natur. Erst unterwegs wurde mir klar, dass es auch einen unsichtbaren Fußabdruck gibt, den ich hinterlasse. Vermutlich gab es das ein oder andere Tier, das von meiner nächtlichen Anwesenheit irritiert wurde und das Weite gesucht hat. Mir bleibt zu hoffen, dass ich damit bei ihm keine bleibenden psychischen Schäden hinterlassen habe…

Mir ist gleichzeitig klar geworden warum mich jubelnde oder rufende Menschen am Berg ärgern (natürlich mit Ausnahme von Notfällen). Es ist als würde ihr Ego, das sich in ihrer Anwesenheit am Berg oder ihrem „geschafften“ Gipfel äußern will, zum einzigen Augenmerk. So sehr ich die Freude, die sich in einem Jubelschrei ausdrückt oder die Faszination an einem Echo nachvollziehen kann, das Verhalten an sich passt nicht mit der Gastfreundschaft zusammen, die ich seitens der Bergen uns gegenüber empfinde.

Aber es gibt auch weit verbreitete Fehlinformationen, die zur konkreten Verschmutzung am Berg beitragen. Bananenschalen und die Schale von Zitrusfrüchten verrotten am Berg sehr viel langsamer als anderer Kompost. Deshalb sollte man sie auch wieder mit ins Tal nehmen. Und Klopapier oder Taschentücher verrotten auch nicht einfach. Das Verbrennen von Klopapier, wenn es denn notwendigerweise draußen eingesetzt werden musste, bot mir hingegen lustige Momente: scheinbar andächtig saß ich so zeitweise nehmen meinem „Werk“, wenn ich inmitten eines fantastischen Bergpanoramas darauf wartete, dass das Klopapier endlich zu kalter Asche zerfallen war…

Einen letzten Aspekt will ich hier noch anreißen, den ich dann in meinem Buch weiter vertiefen will. Ich liebe Gletscher und empfinde in Anbetracht ihres rapiden Schmelzens eine tiefe Traurigkeit. Vermutlich auch weil sie so mächtig sind und mich der Kontrast zu ihrer Schwäche im Schmelzen bewegt. Wie viele von Euch wusste auch ich, dass Gletscher wichtig für die Umwelt sind. Aber warum eigentlich? Ich habe angefangen mich damit mehr zu beschäftigen und will hier nur knapp drei Gründe nennen, die mir selbst vor der Tour nicht klar waren. Die Gletscher bilden den größten Süßwasserspeicher unserer Erde. Durch den sogenannten Albedoeffekt sind sie eine wichtige Reflektionsfläche für Sonnenlicht, welche die Erderwärmung bremsen können. Zudem löst sich durch die Schmelze der Permafrostboden auf und es kommt zu fatalen und gefährlichen Erdrutschen.

Verrottungszeiten: Müll am Berg

  • Kaugummi: 5 Jahre
  • Zigarettenstummel: 2 – 7 Jahre
  • Taschentuch: 1 – 5 Jahre
  • Bananenschale: 1 – 3 Jahre
  • Nylonfasern: 60 Jahre
  • Plastiksack: 120 Jahre
  • Blechdose: 500 Jahre
  • Plastikflasche: 500 – 1.000 Jahre

 

An apple a day keeps the doctor away…

Ich bin nach wie vor sehr dankbar, dass ich auf meiner 60-tägigen Tour von Ost nach West über die Alpen immer gesund geblieben bin. Ich habe das einer grundsätzlich guten körperlichen Disposition zu verdanken, aber natürlich auch der Erfahrung vor und während der Tour und der entsprechenden Vorbereitung. Nach dem Steigern der körperlichen Fitness vor der Tour habe ich unterwegs sehr darauf geachtet, meinen Körper nicht ständig über das Limit zu strapazieren und ihm vor Allem durch die Ernährung und regelmäßiges Dehnen, sowie Körperpflege die gebührende Aufmerktsamkeit zu schenken.

Für mich ist Yoga ein fester Bestandteil des Tagesablaufs. Jeden Morgen, egal wie das Wetter war, habe mal kürzer, mal länger geübt. Besonders gut eignet sich bei längeren Sessions das ruhige Yin-Yoga, bei dem man besonders tief dehnt. Man bleibt dabei mehrere Minuten in einer Pose, atmet ruhig und tief und lässt die Schwerkraft die Dehnung übernehmen. Für mich war das unterwegs meistens effektiver als kurze dynamische Sessions. Beim Yoga geht es für mich darum, mit Ruhe und Konzentration dem Körper zuzuhören und ihm die Dehnung zu geben, die ihm gut tut. Zudem trainiert man in vielen Asanas die Balance, was auch für Kletterpartien und gerade mit größerem Rucksack sehr wertvoll ist. Durch die tiefe und ruhige Atmung im Yoga erreicht man eine innere Erweiterung, also quasi soetwas wie eine mentale Dehnung, bei der ich oft sehr viel innere Energie getankt habe und manchmal auf eine Ruhe eingekehrt ist, die für einen Tag der viel Konzentration erfordert extrem wertvoll ist. Es ist ja klar, dass es unterwegs mal zwickt und zieht. Mit Yoga kann man da frühzeitig gut reagieren und auch Vielem vorbeugen. Für alle Yoga-Hasser: nennt es einfach Dehnen und macht das mit regelmäßigem Atem, Ruhe und der selben Regelmäßigkeit ;-).

Außerdem hatte ich einen Duoball aus der Blackroll-Reihe dabei, der ist superleicht und extrem effektiv. Ein langsames Rollen verschiedener Körperteile sorgt dafür, dass die durch Anstrengung entstehenden Verklebungen der Faszien aufgelöst werden können. Faszien sind das Bindegewebe, das sich wie Haut über unsere Muskeln spannt.

Dolomiten

Wenn es an den Füßen irgendwo scheuert, lohnt es sich schon beim ersten Anzeichen anzuhalten und die Stelle zu tapen. Ich hatte so auf der ganzen Tour keine einzige Blase. Dazu schneidet man das Tape erst zu und legt es dann vorsichtig an. Erst langsam streicht man es direkt auf der Haus fest, so dass keine Falten entstehen. Eine Blase kann sich dann gar nicht erst bilden. Es ist natürlich manchmal nicht so lecker das Tape dann lange auf der Haut zu lassen, aber man sollte es auf keinen Fall schon nach einem oder zwei Tagen abziehen, besonders wenn die Haus darunter schon angegriffen war. Denn sonst hat man dann richtig offene Wunden, und die heilen bei stundenlangem tragen von Bergschuhen wirklich extrem langsam. Aber ich habe meine Füße auch jeden Abend mit Hirschtalgsalbe eingecremt, gedehnt und mit der Blackroll die kleine Fußmuskulatur gelockert.

Pausen sind wichtig. Gerade weil ich allein unterwegs war, habe ich das anfangs unterschätzt. Für mich hat sich herausgestellt, dass es besser ist eine lange Pause am Tag zu machen, als viele Kurze, weil ich dann nicht so oft aus dem Gehrhythmus gerissen wurde. Aber das muss jeder für sich herausfinden. Ganze Pausentage sind auch manchmal gut, allerdings machen dann zwei Tage hintereinander mehr Sinn als nur einer. Denn einen brauchte ich um runterzukommen, und den zweiten dann um zu entspannen. An den Pausetagen war mir aber wichtig, dass ich mich auch bewege, nur eben sanfter. Also Yin-Yoga, Spazierengehen, Blackroll usw.

Bei der Ernährung hat es bei mir auch eine Weile gedauert, bis ich raus hatte, was ich brauche. Ich habe einmal am Tag warm gegessen (in Slowenien, Italien, Österreich und Frankreich auf Hütten, in der Schweiz habe ich mir mit dem Kocher selber was gemacht), und dabei wirklich viel und reichhaltig. Also ggf. einfach nochmal ordentlich Olivenöl drüber, das enthält viele Vitamine und ungesättigte Fettsäuren, und bringt auch nochmal mehr Kalorien. Kartoffeln sind nährstoffreicher als Pasta. Eier sind immer gut. Morgens und Abends habe ich eher gesnackt, also Clif Bars und Äpfel oder Karotten gegessen, oder mal irgendwas, was ich mir im Tal noch besorgt hatte. Obst ist auch eine Frage der Vorliebe. Bananen haben die meisten Kalorien und auch viel Magnesium, was natürlich gut ist. Zudem hatte ich Frubiase Brausetabletten dabei, die geben einen kurzzeitigen Energiekick, wenn man es mal braucht. Und irgendwann habe ich dann einfach von allem so viel wie möglich gegessen, weil mein Körper das so wollte. Da konnte ich dann auch locker zwei Tafeln Schokolade einatmen ;-).