Ziele

Von den Bergen kann ich unendlich viel lernen. Als ehrgeizige und auch leistungsorientierte Frau empfinde ich mich oft als Getriebene. Das damit einhergehende Tempo überblendet dann die Tatsache, dass ich dabei sensibel, verletzlich, und manchmal auch einfach mut- oder motivationslos bin. Ich möchte beides offen sein können, ohne dabei selbst ungesunde Kompromisse zu machen oder von anderen in Kategorien gesteckt zu werden. Ich bemühe mich also darum, genau mit dieser Dualität als Frau offen umzugehen.

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Was ich schon begriffen habe ist, dass ich Berge nicht “erobern“ kann – geschweige dass ich das wollen würde. Im Gegenteil: Berge erfordern Bescheidenheit.

Ich glaube daran, dass die oben genannten Übungen als Mensch zu der  professionellen Bescheidenheit als Bergsteigerin führen können, nach der ich strebe.

Ich versuche dem Wettbewerb von außen („Bergsport“ heute) mit innerer Gelassenheit zu begegnen und trotzdem in Ruhe meine physischen Grenzen als Bergsteigerin zu erweitern. Ich will die Balance aus Ehrgeiz und Verantworlichkeit, aus Überblick und Achtsamkeit halten.

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Die Nächte, und damit eigentlich 24 Stunden meiner Zeiz am Berg, draußen zu verbringen, ist einer der wichtigsten Aspekte bei meinen Projekten. Ich empfinde es so, dass ich nur dann hautnah alles um mich herum wahrnehmen und in mir aufnehmen kann. Nach einem langen Projekt, bei dem ich fast jede Nacht unter dem Sternenhimmel schlafen kann, ist es oft nicht einfach für mich, nach der Rückkehr wieder Dächer über dem Kopf zu haben.

Ich habe unterwegs angefangen die Sternbilder zu lernen und freue mich darauf dieses Wissen bei den kommenden Projekten zu vertiefen. Früher orientierten sich die Menschen sehr stark nach Sternbildern. Heute nehme ich mir in meinem Alltag kaum Zeit, einmal nach oben zu blicken.

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Mir ist klar, dass ich unterwegs auch Fehler machen werde, und ich versuche aus diesen  zu lernen. Es geht mir aber unterwegs nie darum, möglichst krass oder möglichst schnell unterwegs zu sein. Mich interessiert weniger die Zahl, die neben einem Gipfel auf der Karte vermerkt ist, als das, was beim Anblick eines Berges in mir ausgelöst wird. Anstatt zu quantifizieren wieviele Kilometer und Höhenmeter ich zurücklege, versuche ich mehr darauf zu achten, was ich auf meinem Weg hinauf und auch wieder hinab erfahren kann.

Mein Ziel ist also, im Moment anzukommen und innerlich auf dem Weg zu sein.