So weit, so gut, so plastikfrei…

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Seit zwei Tagen bin ich nun in meinem geliebten Südtirol, genauer gesagt im Vinschgau. Gerade schaue ich aus meinem traumhaften Wintergarten hinauf zu Madatschspitze und den Gletschern, die sich unterhalb weit hinab ziehen. Ich habe das große Glück hier drei Wochen in einem wunderschönen kleinen Holzhaus verbringen zu dürfen. Ich schreibe, bereite meine Tour vor, trainiere und gehe auch hoffentlich noch einige Hochtouren, wenn das Wetter entsprechend wird. Und in der gemütlichen Küche dörrt die Maschine währenddessen fleissig weiter mein Trekkingfood.

Als ich hier ankam, hat die Stille mich zunächst unruhig gemacht. Ich wollte mit jemandem reden, Musik anmachen oder einfach „Lärm“. Inzwischen genieße ich die Stille. Aber das hat gedauert und es war auch nicht ganz einfach. Wie schnell ich wieder von dem hohen Aktivitätspegel meiner selbst und meiner Umwelt eingeholt werde, das finde ich manchmal erschreckend. Aber ich bin auch froh, dass ich inzwischen nicht mehr so lange brauche, um wieder in einer ruhigeren und auch geduldigeren Stimmung anzukommen.

Jetzt ist für mich genau der richtige Zeitpunkt, um auch die letzten Wochen meines plastikfreien Lebens einmal Revue passieren zu lassen.

Ohne Plastik ist einfacher als gedacht

Um das schon vorweg zu nehmen: Ich finde es wesentlich einfacher, als gedacht. Das hat sicherlich mit meinen Lebensumständen zu tun (Singlehaushalt, Stadt, genug Zeit, sowieso schon gesundheits- und umweltbewusst…), aber mich selbst hat es überrascht. Ich habe zwar noch viele Produkte in Plastikverackungen zu Hause, die ich noch nicht aufgebraucht habe, aber bei den meisten weiß ich schon, wie ich sie später ersetzen will. Das gilt beispielsweise für Klopapier, oder für Nüsse und andere Lebensmittel, die ich ohne Verpackung im „Ohne“ Supermarkt kaufen kann. Überhaupt empfinde ich es bei der täglichen Ernährung daheim recht einfach. Inzwischen wissen die Verkäufer in den Läden, in denen ich einkaufe, dass ich keine Verpackung will. Mein Gemüseladen um die Ecke, der kleine Lebensmittelladen unten im Haus, wo ich auch Käse und Wurst direkt in die Tupperdose bekomme, oder der Bio-Metzger auf dem Markt, bei dem es dafür sogar einen Bonus gibt. Im Supermarkt kaufe ich kaum noch ein, und wenn, dann Milch und Joghurt im Glas oder Saft und so weiter in Flaschen. Relativ häufig gehe ich in den verpackungsfreien Supermarkt, ohne den wäre es, zugegebenermaßen, schwierig.

Das habe ich gemerkt, als ich hier einkaufen war. In dem örtlichen Supermarkt bin ich um Plastikverpackung nicht herum gekommen und es war mir wirklich unangenehm so einzukaufen. Beim nächsten Mal gehe ich auch hier lieber auf den Markt oder eben in die kleinen lokalen Läden, wenn ich sie dann gefunden habe.

Ist verpackungsfrei teurer?

Eine der Hauptfragen, die sich mir gestellt haben ist, ob es teurer ist, ohne Plastikverpackungen einzukaufen. Das ist auch das Argument, das ich am meisten von anderen höre: Es sei einfach zu teuer.

Ich wollte dem einmal auf den Grund gehen und habe die Preise von ein paar Produkten verglichen.

 Aldi  // Rewe oder DM // unverpackt („Ohne“ /  lokaler Metzger)

500g Dinkelnudeln – 2,49€ // 1,95€ // 3,95€

250g Butter – 1,89€ // 1,99€ //  3,50€

500g Haferflocken (Kleinblatt) – k.A. // 1,15€ // 1,30€

500g Dinkelflocken – k.A. // 1,85€ // 1,70€

500g gepuffter Amaranth – k.A. // 5,80€ // 4,47€

500g Rohrohrzucker – 1,75€ // 1,99€ // 1,85€

100g getrocknete Cranberries – 0,90€ // 1,83€ // 2,90€

100g geröstete Erdnüsse – 0,39 // 0,34€ // 0,98€

100g Gummibärchen – 0,28€ // 0,55€ // 1,70€

100g Espresso – 1,12€ // 1,48€ // 3,10€

100g Hühnerbrustfilet – 0,59€ // 0,48€ // 1,80€

100g Rinderfilet – 2,99€ // 5,99€ // 3,40€

100g Putengeschnetzeltes (mariniert) – 0,30€ // 2,89€ //  2,90€

100g Rosinen in Milchschokolade –  0,50€ // 0,71€ // 2,30€

4 Rollen Klopapier 1,16€ // 1,28€ // 1,79€

Bei 10 von 15 Produkten muss man also im „Ohne“ Supermarkt noch etwas mehr zahlen. Bei losem Getreide, wie Amaranth oder Dinkelflocken ist er hingegen sogar günstiger als DM. Und ganz ehrlich, bei den Discounterpreisen wird mir ein bisschen schlecht, besonders wenn es um sowas wie Hühnerbrustfilet oder Espresso geht…

Bei der Butter ist es mir den Preisunterschied auf jeden Fall wert, die schmeckt einfach unschlagbar gut. Ebenso bei Fleisch, das esse ich sowieso selten.

Zugegeben, als Gummibärchenfanatikerin ist es hart für mich, jetzt mehr als doppelt so viel zu zahlen. Aber da die Dinger eh ungesund sind, ist es ja vielleicht ein Ansporn, weniger davon zu essen, bzw. die wirklich sehr viel leckereren dann mehr zu genießen ;-).

Im großen und ganzen ist mir persönlich der Preisunterschied aber nicht mehr so wichtig, denn ich kaufe auch sehr viel gezielter und damit also auch weniger ein. Somit habe ich insgesamt im Monat nicht wesentlich viel mehr Geld für Essen ausgegeben als sonst.

Wo ich bei Plastik bleibe, oder es (noch) nicht vermeiden kann

Was mir jetzt mehr denn je auffällt, ist wo ich Plastik kaum vermeiden kann. So habe ich mir beispielsweise online eine Festplatte bestellt, die natürlich in Plastik verpackt ankam. Aber auch auf meine Lieblingscreme will ich nicht verzichten. Die Zahnputztabletten habe ich probiert, die mag ich nicht, ebensowenig wie meinen Versuch von selbstgemachter Zahnpasta. Da bleibe ich bei der klassischen Tube, aber bin sparsamer geworden. Eine Zahnbürste aus Plastik ist hingegen überflüssig, die gibt es auch z.B. aus Bambus. Für Essen unterwegs auf Bergtour verwende ich weiterhin ZipLock-Tüten, alles andere ist einfach zu schwer. Aber die kann man einwandfrei mehrmals wiederverwenden.

Für alle, die mehr zu dem Thema lesen wollen

Ich bin inzwischen ein großer Fan der Seite von Rehab Republic, da gibt es alle möglichen Informationen rund um das Thema.

Ein Podcast von Greenpeace (bis 2016) hat ein paar ganz gute Folgen zu Plastik: Greencast #212: Mikroplastik, Greencast #213: Plastiktüte, Greencast #205: Plastik im Meer

Eigentlich wollte ich noch recherchieren, was mit unserem Klopapier passiert, aber da fehlt mir jetzt die Zeit. Deswegen hier einfach ein aufschlussreicher Link zum Thema. Und hier auch noch zu Tampons und Co im Klo.

Der erste verpackungsfreie Laden „Original Unverpackt“ in Berlin hat inzwischen online auch einiges zu bieten. In München findet ihr „Ohne“ in der Schellingstrasse 42 in Schwabing. Und eine Liste von allen anderen verpackungsfreien Supermärkten in Deutschland findet ihr hier (Stand Jan 2018).

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Mein Fazit

Ich persönlich habe wirklich großen Gefallen daran gefunden, Plastik und auch sonst Verpackungsmüll weitgehend zu vermeiden. Ganz nebenbei hat es auch den Effekt, dass ich sehr viel genauer einkaufe, mehr neue Sachen ausprobiere und öfters gesund und frisch esse, was auch einfach besser schmeckt. Außerdem ist mein Mülleimer bis jetzt nicht einmal halbvoll. Diese Lebensweise ist für mich schon jetzt so sehr in meinen Alltag übergegangen, dass mir alles was unnötig in Plastik verpackt ist, irrsinning vorkommt. Es ist ein bisschen wie wenn man vor längerer Zeit aufgehört hat zu rauchen und das rauchen von Anderen auf einmal als unnachvollziehbar eklig empfindet. Ich vermute, dass es eben einfach natürlich ist, dass man natürlicher leben möchte, gerade wenn man viel und gerne in der Natur ist. Und so dörre ich nun seit Wochen fleißig Lebensmittel, um bei Anas Pyrenean Way West, meinem nächsten großen Projekt, das im Juli losgeht, auch die typisch verpackungsreiche Trekkingnahrung zu ersetzen.


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So far, so good, so plastic free…

For two days now I am in the area of in Vinschgau, in my beloved South Tyrol. Right now, I am looking up to Madatschspitze and the glaciers below it, from my patio here. I’m lucky enough to spend three weeks in this beautiful little wooden house. I write, prepare my next tour, train and hopefully I’ll go on some alpine glacier tours when the weather is right. And in the cozy kitchen, my dehydrator keeps on making my Trekkingfood.

When I arrived here, the silence made me restless at first. I wanted to talk to someone, turn on music or just have more „noise“ around me, to numb the solitude. In the meantime, I enjoy the silence. But it took time and it was not easy. It’s remarkable how quickly I get caught up again by the high level activity of myself and my environment. But I’m also glad that I don’t need that much time anymore, to get back into a calmer and more patient mood.

Now is the perfect time for me to review the last few weeks of my plastic-free life.

Without plastic is easier than expected

First-off: I find it a lot easier than expected. This certainly has something to do with my life circumstances (single household, city, enough time, already healthy and environmentally aware …), but nonetheless, I was surprised. I still have many plastic-wrapped products at home that I have not used up yet, but for the most part I already know how to replace them later. This applies, for example, to toilet paper, nuts or other foods, which I can buy without packaging in the „Ohne“ (=without) supermarket. In general, I feel that for my daily consumption it’s pretty easy. In the meantime the sellers in the shops where I buy my food know that I don’t want packaging. My vegetable shop around the corner, the small grocery store downstairs, where I also get cheese and sausage directly into my tupperware, or the organic butcher on the market. I hardly go to the supermarket anymore, and if so, it’s milk and yoghurt in the glass, or juice and other liquids in bottles. To the packaging-free supermarket I now go relatively often, and I just really like going there. Without that it would be difficult, I guess.

I noticed that when I was shopping here in the village. At the local supermarket, I could hardly get around plastic wrappers and that felt really uncomfortable now. Next time, I’ll prefer to go to the market or to the small local shops.

Are packaged products more expensive?

One of the main questions I have asked myself is whether it is more expensive to buy goods without plastic packaging. That’s also the argument that I hear most from others: it’s just too expensive.

I wanted to get to the bottom of it and compared the prices of a few products.

 Aldi  // Rewe oder DM // unpackaged („Ohne“ /  local butcher)

500g spelt pasta – 2,49€ // 1,95€ // 3,95€

250g butter – 1,89€ // 1,99€ //  3,50€

500g oatmeal – k.A. // 1,15€ // 1,30€

500g spelt flakes – k.A. // 1,85€ // 1,70€

500g puffed amaranth – k.A. // 5,80€ // 4,47€

500g raw cane sugar – 1,75€ // 1,99€ // 1,85€

100g dried cranberries – 0,90€ // 1,83€ // 2,90€

100g roasted peanuts – 0,39 // 0,34€ // 0,98€

100g gummybears – 0,28€ // 0,55€ // 1,70€

100g espresso – 1,12€ // 1,48€ // 3,10€

100g chicken breast – 0,59€ // 0,48€ // 1,80€

100g beef-filet – 2,99€ // 5,99€ // 3,40€

100g turkey (marinated) – 0,30€ // 2,89€ //  2,90€

100g raisins in milkchocolate –  0,50€ // 0,71€ // 2,30€

4 rolls of toiletpaper 1,16€ // 1,28€ // 1,79€

So for 10 out of 15 products you have to pay a bit more at the „Ohne“ supermarket. But for loose cereals, such as amaranth or spelled flakes, it is even cheaper than DM. And quite honestly, looking at the discount prices makes me almost feel sick, especially when it comes to something like chicken breast or espresso …

With butter, it is definately worth the price difference in any case, it simply tastes delicious when it’s fresh. Same goes for meat, I rarely eat anyways.

As a gummy-bear fanatic, it’s hard for me to pay more than twice as much fpr my candy now. But since those suckers are unhealthy anyway, it may be an incentive to eat less of them, or to really enjoy the much tastier ones even more ;-).

By and large, the price difference is not so important to me personally, because I also shop much more specific and therefore I buy less. So I’d say I haven’t spent more money this month on food than usual.

Where I’ll stick to plastic (for now) or where I can’t avoid it

I really notice it now, when I can’t avoid plastic somewhere. For example, I ordered a harddrive online, which of course arrived packed in plastic. But I also don’t want to give up on my favorite (bio) cosmetics. I’ve tried the dentifrice tablets, but I do not like them, nor did I enjoy my homemade toothpaste. That’s where I’ll stick to the classic tube, but I’ve become more economical. A toothbrush made of plastic, however, isn’t necessary. They are also available made of bamboo. I still use ZipLock bags for food on mountain hikes, everything else is just too heavy. But I can reuse them several times.

My conclusion

Personally, I’ve really taken great pleasure in largely avoiding plastic and other packaging waste. Incidentally, it also has the effect that I shop a lot more cautiously, try out more new things and often eat healthy and fresh, which also tastes just better. In addition, my trash is not even half full. This way of life has already become so important to me, that everything that is unnecessarily packed in plastic seems obnoxious to me now. It’s a bit like when you’ve stopped smoking a long time ago and find someone else’s smoking to be inconceivably disgusting. I suspect that it is just natural, that you’d want to live more naturally, especially when you like nature a lot. And so, for weeks now, I have been dehydrating food to replace the typically packaged trekking food on my next project, Anas Pyrenean Way West, which will start in July.

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