Umweltschutz ist Respekt

Die Umwelt zu schonen und zu schützen ist einer der wichtigsten Aspekte für mich, wenn ich in der Natur unterwegs bin. Dazu gehört für mich nicht nur, dass man seinen Müll nicht liegenlässt, sondern auch ein respektvoller Umgang mit der Umwelt im Allgemeinen. Ich empfinde mich als Gast am Berg. Für mich ist es ein Privileg, dort sein zu dürfen.

Auf meinem „Way West“ habe ich versucht einen so minimalen ökologischen Fußabdruck wie möglich zu hinterlassen. Ich habe im Tal verpackungsfrei eingekauft, und unterwegs hatte ich immer einen Beutel am Hüftgurt in den ich unterwegs gefundenen Müll eingesammelt habe. Es ist schön, die saubere Wege hinter sich zu lassen. Beim biwakieren meine ich das hinterlassen des minimalen Fußabdrucks sogar wörtlich: wenn ich morgens mit gepacktem Rucksack vor meinem Schlafplatz stand, haben höchstens ein paar umgeknickte Gräser noch verraten, dass ich hier lag. Und die wärmende Sonne wird sie wohl wieder aufgerichtet haben. Mir hat diese Art unterwegs zu sein eine tiefe Freude bereitet. Als könne man eins werden mit der Natur. Erst unterwegs wurde mir klar, dass es auch einen unsichtbaren Fußabdruck gibt, den ich hinterlasse. Vermutlich gab es das ein oder andere Tier, das von meiner nächtlichen Anwesenheit irritiert wurde und das Weite gesucht hat. Mir bleibt zu hoffen, dass ich damit bei ihm keine bleibenden psychischen Schäden hinterlassen habe…

Mir ist gleichzeitig klar geworden warum mich jubelnde oder rufende Menschen am Berg ärgern (natürlich mit Ausnahme von Notfällen). Es ist als würde ihr Ego, das sich in ihrer Anwesenheit am Berg oder ihrem „geschafften“ Gipfel äußern will, zum einzigen Augenmerk. So sehr ich die Freude, die sich in einem Jubelschrei ausdrückt oder die Faszination an einem Echo nachvollziehen kann, das Verhalten an sich passt nicht mit der Gastfreundschaft zusammen, die ich seitens der Bergen uns gegenüber empfinde.

Aber es gibt auch weit verbreitete Fehlinformationen, die zur konkreten Verschmutzung am Berg beitragen. Bananenschalen und die Schale von Zitrusfrüchten verrotten am Berg sehr viel langsamer als anderer Kompost. Deshalb sollte man sie auch wieder mit ins Tal nehmen. Und Klopapier oder Taschentücher verrotten auch nicht einfach. Das Verbrennen von Klopapier, wenn es denn notwendigerweise draußen eingesetzt werden musste, bot mir hingegen lustige Momente: scheinbar andächtig saß ich so zeitweise nehmen meinem „Werk“, wenn ich inmitten eines fantastischen Bergpanoramas darauf wartete, dass das Klopapier endlich zu kalter Asche zerfallen war…

Einen letzten Aspekt will ich hier noch anreißen, den ich dann in meinem Buch weiter vertiefen will. Ich liebe Gletscher und empfinde in Anbetracht ihres rapiden Schmelzens eine tiefe Traurigkeit. Vermutlich auch weil sie so mächtig sind und mich der Kontrast zu ihrer Schwäche im Schmelzen bewegt. Wie viele von Euch wusste auch ich, dass Gletscher wichtig für die Umwelt sind. Aber warum eigentlich? Ich habe angefangen mich damit mehr zu beschäftigen und will hier nur knapp drei Gründe nennen, die mir selbst vor der Tour nicht klar waren. Die Gletscher bilden den größten Süßwasserspeicher unserer Erde. Durch den sogenannten Albedoeffekt sind sie eine wichtige Reflektionsfläche für Sonnenlicht, welche die Erderwärmung bremsen können. Zudem löst sich durch die Schmelze der Permafrostboden auf und es kommt zu fatalen und gefährlichen Erdrutschen.

Verrottungszeiten: Müll am Berg

  • Kaugummi: 5 Jahre
  • Zigarettenstummel: 2 – 7 Jahre
  • Taschentuch: 1 – 5 Jahre
  • Bananenschale: 1 – 3 Jahre
  • Nylonfasern: 60 Jahre
  • Plastiksack: 120 Jahre
  • Blechdose: 500 Jahre
  • Plastikflasche: 500 – 1.000 Jahre

 

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