Richtig gepackt ist halb getragen

Ganz oft bin ich auf meiner Tour ganz großen Rucksäcken begegnet. Vorne dran hatten sie kleine angestrengte und bucklige Menschen gespannt, die mir immer von Herzen leidtaten. So kam die Idee für diesen Beitrag. Für mich hat sich bis heute die Frage nicht gelüftet, was wohl alles in diesen Rucksäcken Platz finden musste und wie sie gepackt waren um ihre Träger so zu gängeln. Vor ein paar Tagen erzählten mir auch noch meine Freunde bei Sport Conrad, dass die gefragtesten Rucksäcke derzeit ein Volumen von 40 Litern haben. Kaum eine Größe die man für die typischen Touren in unseren Breiten braucht, sind doch Hütten und das Tal eigentlich selten weit weg.

Daher heute ein paar Worte dazu wie ich gepackt habe, um in meinem 35 Liter Rucksack 60 Tage lang teils noch reichlich Platz zu haben. Und das, ohne dass er mich je wirklich angestrengt hat.

Zuallererst gibt es eine Fausregel zum gesunden Gewicht, die hier und da etwas verschieden ausgelegt wird. Meine Richtlinie – als sportliche Frau mit ca. 60kg Körpergewicht – ist, dass mein Rucksack nach Möglichkeit nicht schwerer sein sollte als 1/5 meines Körpergewichts, also 12kg. Ich empfehle sogar eher nur 1/6 des Körpergewichts (insbesondere für Kinder und Jugendliche die noch wachsen).

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Mein Rucksack auf „Anas Way West“ hat zwischen 11 und 15 Kilo gewogen. Je nachdem ob ich noch Steigeisen, Eispickel und Abendessen dabei hatte oder nicht. Ganz wichtig ist aber, wie es im Rucksack drinnen aussieht. Ich bin eine Ordnungsfetischistin, egal ob zu Hause oder auf Tour. Ich fühle mich nicht wohl, wenn es sehr unordentlich ist. So waren Packsäcke in verschiedenen Größen eine nicht nur praktische (weil regendichte) Notwendigkeit. Man findet alles schnell und packt auch schneller ein uns aus. Dabei ist es gut die Säcke nicht zu voll zu packen und lieber einen zu viel dabei zu haben, auch um unterwegs mal eine „Handtasche“ zu haben. Meinen geliebten Schlafsack habe ich immer direkt und ohne Hülle in den unteren Teil des Rucksacks gestopft, so nimmt er weniger effektiven Platz weg. In dem Fach war auch noch ein Tyvek Plane, die ich als Unterlage unter der Isomatte verwendet habe um diese nicht übermäßg zu strapazieren (kleine Löcher in der Matte Nachts sind ein wahrer Albtraum). Tyvek ist eigentlich ein Baumaterial, das ganz billig ist, aber sehr strapazierfähig. Meine Matte, die Exped Synmat, ist ein Lieblingsstück geworden. Sie ist extrem leicht und klein verpackbar, hält wirklich sehr warm und ich habe ziemlich bequem geschlafen. Natürlich ist sie nicht ganz billig, ich habe sie noch gekaupt bevor ich Sponsoren hatte, aber ich würde sagen dass sie jeden Cent wert ist.

Ansonsten gilt, wie immer: Schweres direkt an den Rücken und nicht ganz unten oder ganz oben in den Rucksack. Kleidung eignet sich gut zum Lücken stopfen. Ein kompakt gepackter Rucksack ist angenehmer zu tragen. Ich habe zudem vermieden zu viel außen dran zu hängen. Schwere Dinge ziehen außen mehr am Gleichgewicht und man bleibt leichter irgendwo hängen. Sonnencreme und Handy immer griffbereit haben, eh klar.

Und noch ein Tipp: Wasser wiegt viel. Ein Wasserfilter wiegt wenig. Ich hatte den Trailshot Microfilter von MSR, mit dem ich sehr zufrieden bin. Er steckte in die Regenhülle vom Rucksack verpackt außen in einer Seitentasche und war somit immer griffbereit. Ich hatte meistens, also je nach Region, nur einen halben Liter Wasser im Rucksack, wenn ich wusste, dass es unterwegs Bäche und Quellen gibt.

In einem späteren Beitrag werde ich aber genauer darauf eingehen, was alles in meinem Rucksack drin war. Aber nächste Woche geht es zunächst einmal um Dächer in den Bergen. Um das Himmelszelt, ein Biwak und um vieles rund um die Hütten.


3 Gedanken zu “Richtig gepackt ist halb getragen

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