Soweit die Füße tragen

Endlich wieder schreiben. Ab heute schreibe ich wöchentlich einen Beitrag in dem ich einzelne Aspekte meine „Way West“ nochmal beleuchte. Ich freue mich darauf, weil ich so auch selbst viele Erinnerungen reanimieren kann. Ich werde über Themen schreiben, die für mich an der Tour lehrreich waren und die ich gerne weitergeben möchte. Diese Serie erscheint in gekürzter Version auch auf Bergwelten.com. Ich freue mich sehr, dass ich weiter für das Magazin schreiben kann. Hier im Blog werde ich zusätzlich zwischendrin über den Stand meiner Planungen für neue Bergprojekte berichten. Ich versuche in den Beiträgen insgesamt auch auf Fragen einzugehen, die ihr mir geschickt habt. Ganz ins Detail werde ich hier allerdings noch nicht gehen. Dazu müsst ihr Euch gedulden, bis mein Buch herauskommt ;-).

Heute geht es erstmal um die Füße. Denn mit den Füßen geht es los. Und schon denke ich an zwei starke Frauen, die ich kürzlich auf dem European Outdoor Women Summit in Flims kennengelernt habe. Beide leisten auch ohne den zwei Füßen, die für mich selbstverständlich sind, einige ziemlich beeindruckende Dinge. Jaqueline Fritz hat 2016 einbeinig ein Alpencross unternommen, ist durch und durch Profi und dabei auf eine wohltuende Art schonungslos ehrlich im erzählen ihrer Geschichte. Kerstin Rossek ist leidenschaftliche Surferin und Globetrotterin und sitzt im Rollstuhl. Sie hat mich vorallem als Mensch voll Klarheit, Ruhe, Ehrlichkeit und Bescheidenheit tief beeindruckt. Gerade im Hinblick auf diese beiden Frauen habe ich über meine eigenen zwei Füße nochmal ganz anders nachgedacht.

Für viele von uns ist es selbstverständlich: die Füße tragen uns. Nur selten zollen wir unseren Füßen den gebührenden Respekt und schenken ihnen die entsprechende Aufmerksamkeit. Gerade auf einer langen Tour, wie meinem „Way West“ wird das sehr deutlich. Das Verhältnis zu meinen Füßen wurde sehr liebevoll, manchmal habe ich sogar angefangen mit ihnen zu reden – jaja, 60 Tage allein, da passieren schon lustige Dinge… Die ausführliche und wochenlange Vorbereitung vor der Tour haben meine Füße mir während der Tour gedankt. Ich hatte nie Blasen oder übermäßige Verspannungen in den Füßen oder Fußgelenken und bin nie schmerzhaft umgeknickt. Zu dieser Vorbereitung gehören Calciumfußbäder, gezieltes Training mit der Blackroll und viel Barfusslaufen oder sogar Barfußwandern um die kleine Fußmuskulatur zu aktivieren. Unterwegs habe ich um Blasen zu vermeiden schon beim ersten Kribbeln die entsprechende Stelle mit faltenfrei geklebtem Leukotape versorgt. Wann immer der Weg es zugelassen hat, bin ich mit Barfußschuhen gelaufen und wenn ich keinen Rucksack aufhatte auch einfach mit nackten Füßen. Zudem habe ich die Füße jeden Abend erst gedehnt, dann mit der Blackroll durchgewalkt und vor dem Schlafen gehen mit Hirschtalgsalbe eingecremt. Auch das richtige Schnüren der Schuhe ist ganz wichtig. Guten Halt bietet es, wenn man die Schuhbänder von oben nach unten durch die Haken schnürt und dabei darauf achtet, dass sie an den persönlichen Schwachstellen nicht zu fest und nicht zu locker sitzen.

Nächste Woche erzähle ich euch davon, wie ich meinen Rucksack gepackt habe. Auch das klingt vielleicht erstmal banal, aber unterwegs merkt man sehr deutlich den Unterschied.


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