59. Tag – Magnifique

Strecke: Villarodin (1200m) – Autostop: Tunnel de Fréjus, Bardoneccia, Névache (1600m) – Fontcouverte (1900m) – Col du Chardonnet (2638m) – Pont de l’Alpe (1700m) – Autostopp: Villar d’Arêne (1700m)

Die ganze Nacht haben die Hirsche geröhrt. Dass die nie müde geworden sind, war wirklich erstaunlich. Und sie müssen ganz in der Nähe gewesen sein, so deutlich habe ich sie gehört. Madame Côte, bei der ich übernachtet habe, war unglaublich freundlich. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt und habe trotz des Röhrens gut geschlafen.

Ich habe meine Route so geändert, dass ich nun zumindest am Rand des Les Ecrins Nationalpark entlang laufen kann. Die gestern gewachsene Absicht, möglichst wenig Höhenmeter zu machen ist hier recht schwer umsetzbar, wenn man nicht direkt auf der Straße gehen will. Also habe ich mich für eine Kombination aus Autostopp und Wandern entschieden. Auf der Nord-Süd Achse habe ich mich Morgens per Autostopp durch den Fréjus-Tunnel hinter die Gebirgskette versetzt, die ich eigentlich durchsteigen wollte. Dafür hätte ich aber noch einige Tage mehr gebraucht und vor Allem mehr Kraft. Denn die geht mir wirklich aus jetzt und auch heute war eigentlich schon fast zu viel.

Aber der Herbst ist so traumhaft schön, dass ich trotzdem nichts an diesem Tag missen möchte. Es ist wirklich meine Jahreszeit. Das ganze Tal von Névache hat geleuchtet. Und alle Menschen denen ich begegnet bin haben meine Begeisterung strahlend geteilt. Vor Allem waren freundliche ältere Paare unterwegs, und mehrmals hörte ich, dass es in 10 Tagen noch schöner werden würde, weil dann wirklich alles rot und violett und gelb sei. Aber in 10 Tagen bin ich nicht mehr hier und so habe ich es einfach heute genossen. „Magnifique“ war sicher das Wort, das ich heute Vormnittag am meisten gehört habe.

Kaum hatte ich das Tal Richtung Col verlassen war ich völlig allein. Niemand wandert hier mehr. Ich hatte mir zwar das Col mit dem geringsten Höhenunterschied ausgesucht, aber auch der war noch groß genug für meinen müden Körper. Auch diesen Berg noch ganz zu umfahren kam irgendwie nicht in Frage für mich. Aber ich war dann doch froh, als ich es mit vielen Pausen, ClifBloks und Zähne zusammen beißen dann geschafft hatte. Morgen wird vermutlich noch weniger zu Fuß gehen, aber morgen ist mein Ziel auch schon klarer formuliert. Dank Magali, bei der ich heute couchsurfe und die mir gute Tips für die Region geben konnte. Ich will morgen bis zu den Lacs Robert kommen, zu denen man unschwer und ohne zu viele Höhenmeter überwinden zu müssen gelangen kann. Von da aus kann man Grenoble schon gut sehen. Dort will ich, mit dem Ziel in unmittelbarer Reichweite noch ein letztes Mal draußen schlafen.

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