37. Tag – 

Strecke: Plan Dals Poms (2060m) – Murtler (2545m) – Chamanna Cluozza (1882) – Fuorcla Val Sassa (2857m) – Prasüras (1668m) 

Was für ein Tag. Es war wirklich ein voller, dichter, und reicher Tag. Es ging im grauen bergan („Grauzone Dialog“) und im goldenen bergab. Und dann habe ich noch ein Wunder erlebt.

Ich hatte eine gute und gemütliche Nacht im Wald und bin ausgeruht aufgewacht und noch mit dem festen Vorsatz auf den Piz Quattervals zu gehen in Richtung Chamanna Cluozza aufgestiegen. Dort lernte ich mal wieder einen sehr netten Wirt kennen, Jürg, der mir gleich mal einen Kaffee ausgab. Wir kamen ins Gespräch und ich habe mich schnell entschieden meinen Plan zu ändern. Anstatt auf den Piz Quattervals, der zwar schön klingt, bei näherer Betrachtung aber doch nicht sooo reizvoll war (Jürg: „ein Schuttberg“), bin ich den langen Weg um den Quattervals herum und über die Fourcla Val Sassa hinab ins Tal nach S-Chanf. So habe ich genug Zeit morgen rüber zur Chamanna Es-Cha zu gehen um am Freitag früh bei (hoffentlich) strahlendem Sonnenschein auf den Piz Kesch zu gehen. Laut Jürg ist der Gletscher flach, ohne Spalten und verspürt und die Kletterei am Gipfel mit II auch gut alleine machbar. Ich habe so große Lust auf Gletscher, dass es mich fast magnetisch da hin zieht.
Der Weg zur Scharte rauf war nicht so schön. Sehr grau, irgendwie düster. Aber die Felsen an den Seiten zeigten beeindruckende Formationen und der Weg war angenehm zum Nachdenken.

Oben fing es an zu schneien, so dass ich schnell weitergegangen bin. Der Schnee wurde zu Regen, aber es war frisch und so bin ich gejoggt um warm zu bleiben. Der Weg runter war auch leicht machbar. Als es grüner wurde, kam sofort die Schönheit. Mit dem Regen sieht alles so frisch und glatt aus, dass ich es eigentlich inzwischen sehr gerne mag, im Regen zu gehen. Hinter den Abhängen durch die ich ging kam dann auch noch die Sonne raus, so dass alles in ein wunderschönes Licht getaucht war. Und dann habe ich mich umgedreht. Und da war er, ein wunderschöner, perfekter, feiner und klarer Regenbogen, der sich genau über mein feucht glänzendes und von roten Blättchen garniertes Tal gespannt hat. Ich habe ihn irgendwie persönlich genommen, den Regenbogen. Nach einer Menge eher düsterer Gedanken auf der anderen Seite der Scharte war er wie ein Zeichen, wie ein wunderschöner Kommentar der Berge für mich. Ich bin lange dort stehen geblieben. 

Kein Foto, keine Zeile kann beschreiben, was ich gefühlt habe. Deshalb werde ich es auch nicht versuchen. Klar, ich poste ein Bild dazu, das macht man so. Aber das Bild in mir drin, das glüht und flimmert und vibriert noch jetzt, einen Tag später, voll Dankbarkeit.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s