30. Tag – Ein Dorf für mich

Ort: Mals (1051m) im Vinschgau, Südtirol

Ich mag diesen Ort. Es ist ruhig und dabei nicht zu verschlafen. Die Menschen kommen mir sehr offen und freundlich vor. Auf der Straße grüßt man sich (und auch mich) und ich finde alles, was ich brauche. Das ist nicht viel. Eine neue Zahnpasta, einen Sunblock, ein Eis, und die kleine feine Pension Garni Sonne in der ich herzlich von Motorradfan Stanis begrüßt werde. Ich darf sogar eine Wäsche waschen und einen Eimer für mein Fußbad leiht er mir auch.

Es ist ganz schön, jetzt für zwei Tage ein Zimmer zu haben, bei dem ich eine Tür zumachen kann, mir keine Gedanken über das Wetter machen muss und wo ich mich morgens an einem leckeren Frühstücksbuffet sattessen kann. 

Mein Körper freut sich auch über die Pause. Eine lange Dusche, mal wirklich ausführlich saubere Klamotten und Yoga, ohne auf der rutschigen Folie wegzurutschen. Die Aussicht auf eine lange Massage morgen bringen auch meinen Geist soweit zur Ruhe, dass ich nach den ersten Stunden, in denen mir das „nicht-gehen“ wirklich schwer gefallen ist, auch eine halbe Stunde Mittagsschlaf in einem richtigen Bett mit einer richtigen Decke genießen kann.

In der lokalen Bibliothek konnte ich am Computer meine Tourenplanung für die kommenden Etappen in der Schweiz verfeinern. Das Wetter dort (Schneefallgrenze bei 2000m, ein Erdrutsch nach dem Andewren) macht mir etwas Sorgen… Aber jetzt habe ich den tollen warmen Schlafsack von Mountain Equipment bekommen, schicke meine etwas weniger warme Variante des selben Schlafsacks zurück, und wenn es auch jetzt 300 Gramm mehr Gewicht sind, so wird es mir ab jetzt zumindest sicher nicht mehr zu kalt werden nachts da draußen.

Gerade war ich Salat essen. Das klingt unspektakulär, ich weiß. Aber wenn man, wie ich, seit einem Monat vor allem Bratkartoffeln, Spiegelei, Pasta und Müsliriegel gegessen hat, dann ist ein Salatbuffet wie ich es beim Hotel Greif gefunden habe ein wahres Schlaraffenland. Dazu gab es einen köstlichen Sauvignon Blanc. Schließlich feiere ich heute Halbzeit, oder Bergfest, wie man es treffenderweise in meiner Branche nennt, wenn die Probenzeit oder die Dreharbeiten zur Hälfte rum sind.

Und, als würde mich die Welt gerade nicht eh mit Nettigkeit überschütten, lud mich der Wirt dann auch noch zu dem Essen und dem Wein ein. Ihm gefällt mein Projekt, sagte er nur. Ich hatte ihm kurz davon erzählt, als er mich fragte was ich schreibe. 

Hier ist so viel Güte und Freundlichkeit. Ich bin gerne hier. Und ich freue mich wirklich sehr über die lieben Nachrichten, die ich hier über den Blog von den Lesern bekomme. Das ist irre motivierend und erleichtert mir auch die einsamen Momente. Danke.


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