17. Tag – Drei Zinnen und Alta Badia

Strecke: oberhalb der Zsigmondyhütte (2224m) – Büllelejochhütte (2528m) – Dolomiten Höhenweg (105) – Forcella de L’Arghena (2087m) – Misurinasee (1754m) – Autostopp bis St. Martin de Tor (Südtirol)

Es ist ein langer Weg gewesen bis hier an den Tisch der kleinen freundlichen Pizzeria in St. Martin de Tor. Aber es hat sich überhaupt nicht lang angefühlt. 

Die letzte Nacht war kalt und unangenehm. Der Schlafplatz war etwas schief, im Dunkeln habe ich einfach keinen guten Platz gefunden. Zudem war der Wind echt stark und zum ersten Mal war mir richtig kalt nachts. Ich bin morgens schon um 6 Uhr einfach gleich losgelaufen, um warm zu werden. Um kurz vor 7 war ich dann bei der wirklich wunderschönen und klitzekleinen Büllelejochhütte, wo ich erstmal in der ersten Morgensonne ausführlich Yoga gemacht habe, was unglaublich gut getan hat. Währenddessen durften mein Schlafsack und Co auch sonnen und trocken werden.

In der Hütte waren unglaublich angenehme Wirtsleute, was nach den schlechten Erfahrungen fast aller letzten Hütten wirklich wohltuend war und so habe ich mir Kaffee und Spiegeleier gegönnt. Um 9:30 Uhr bin ich dann endlich mit trockenen Sachen und gut ausgeruht losgestartet und habe dann bis zum Misurinasee kaum angehalten… Ich wollte raus aus den Sextenern mit ihren unendlichen Touristenmassen. Natürlich sind die die Drei Zinnen eine Wucht, wie sie da gewaltig aus dem Schutt aufragen. Aber die Horden neonfarbener Italiener in Jogginschuhen, die sich laut und langsam die Hügel hinauf- und hinabwälzten und in den Klettersteigen Schlange standen veranlassten mich dazu selbst wie eine Japanische Touristin Fotos knipsend durchzujagen. Wirklich kein besonders einladender Eindruck.

Ich bin dann vor der Auronzohütte noch rechtzeitig nach rechts abgebogen und konnte glücklicherweise auf einem einsamen und schönen Pfad durch das Val de Arghena absteigen. Der Kulturschock am Misurinasee (Touristenbusse, Hüpfburg etc.) war nicht mehr so schlimm, weil antizipiert. Und dann ging die Tramperei los, die dieses Mal wirklich glimpflich verlief und ich bin schon um 18:30 hier in Sankt Martin im Thurn (oder San Martin de Tor) angekommen. Dieser ganze Ort strahlt Freundlichkeit aus. Im kleinen Supermarkt wurde ich sehr herzlich und persönlich behandelt und die Frau in dem Hotel an das Mira von Sport Conrad mein Paket mit Nachschub der leckeren Clif Bars für die nächsten Etappen geschickt hat, war so lieb und hilfsbereit mir Tips für schöne Schlafgelegenheiten im Freien zu geben (das Hotel ist ausgebucht). Heute freue ich mich wieder richtig auf das draußen schlafen, weil das Wetter toll ist und es an dem Fluss, der in der Nähe dieses Bergdorfes durch die traumhafte Landschaft fließt bestimmt sehr schön ist. Kalt wird es heute nicht werden, denke ich, dafür ist es jetzt noch viel zu sommerlich warm hier.

Und jetzt habe ich noch eine fantastische Kamut-Pizza gegessen und gönne mit ein Glas guten Weißwein. Also, mir geht’s gut!

Jetzt ist die 3. Etappe schon vorbei. Ehrlich aber kurz. Hoffentlich kommt morgen das Paket an, dann kann ich in Richtung Puez Spitze starten. Ich habe große Lust auf die Landschaft hier. Schon aus dem „Alta Badia“ verliebt. Ich glaube das wird eine tolle Etappe (Thema: „Aufgeschlossenheit“), die mich jetzt erwartet.  

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