16. Tag – Fels, Scharten, Weitsicht

Strecke: Rotwandwiesenhütte (1900m) – Gamssteig – Elferscharte – Sentinellascharte (2711m) – Alpinisteig – Zsigmondy-Comici-Hütte (2224m)

Heute geht es mir wieder gut. Dafür bin ich dankbar. Es war gut gestern auf der Hütte zu schlafen und nicht draußen. Ich war nach dem schlechten Tag gestern nicht ganz sicher ob ich krank werde, und da wäre eine kalte Nacht draußen kontraproduktiv gewesen. Jetzt weiß ich: Ich bin gesund. Pumperlg’sund. Und gerade im Regen auf der Zsigmondyhütte angekommen. Es war ein guter Tag bis jetzt und vielleicht gehe ich auch noch ein bisschen weiter bis zur Büllelejochhütte.

Nach dem Aufstehen habe ich erstmal ein bisschen Yoga gemacht. Zugegeben, zu kurz, aber dafür sollte heute ja auch nochmal Zeit sein, denke ich. Auch mit einem Frühstück den Tag anzufangen war richtig. Es ist schon auch mal was wert, ich seh es ja ein. Gestern hat der Kaffe einfach gefehlt…

Ich bin zusammen mit drei netten Menschen losgegangen und es war schön sich unterwegs ein bisschen zu unterhalten. Ich habe es langsam angehen lassen, mich nicht gestresst, aber bald wieder gefühlt wie meine Energie zurückkommt. Zuerst sind wir bis zur Elferscharte aufgestiegen und dann fälschlicherweise Richtung Sentinellascharte abgebogen. Aber der Umweg hat sich gelohnt: die Sentinellascharte und der Ausblick waren wirklich beeindruckend und oben auf dem Fels stand ein witziges winkendes „Männlein“ aus Fels, das ich sehr sympathisch fand.

Der Alpinisteig ist wirklich unschwierig zu gehen, windet sich aber als imposantes Horizontalband wie auf einer Aussichtsterasse an den Nordabstürzen des Elfers entlang. Wegen dem sich zusehends verschlechterndem Wetter (das Licht wurde ganz gelb) bin ich durch den Steig durchgespurtet, habe nur ein paar Bilder gemacht und kam dann danach auf dem letzten Stück über den Hochleist-Südrücken doch noch in den Regen. Also habe ich zur Hütte hinüber noch einen kleinen nassen Berglauf eingelegt und jetzt sich ich hier und draußen kommt gerade die Sonne wieder raus. Hm, ob ich doch noch weitergehe?

Ich freu mich auf die Zsigmondy-Pasta, es riecht hier sehr lecker. Und falls ich hier bleibe, werde ich wohl auf der überdachten Terasse hier schlafen, weil es Nachts bestimmt wieder regnen wird. Ist eh schön auf der Terasse.

Außerdem bin ich hier schließlich auf der Hütte die nach meinen Ur-Ur-Großonkels benannt ist. Emil und Otto Zsigmondy, zwei Brüder, die Ende 1880 hier die Erstbesteigung der dann nach ihnen benannten Zsigmondyspitze gemacht haben. 

Und morgen früh gehts dann weiter und ich habe eine lange Etappe bis hinunter zum Misurinasee vor mir. Vielleicht bleibe ich aber auch noch eine Nacht in der Cadini-Gruppe oberhalb des Sees und steige dann am Freitag in der Früh ab.

Nachtrag: Der Wirt auf der Zsigmondyhütte war blöd. Er sagte „da könnte ja jeder kommen“, als ich freundlich gefragt habe, ob ich auf der Terasse schlafen dürfe. Also bin ich noch ein Stück Richtung Büllelejochhütte gelaufen und schlafe jetzt hier auf einer Wiese zwischen Felsen mit einem funkelnden Sternenhimmel.

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