ZIELE

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Berge und Wasser erfordern Bescheidenheit. Ich glaube es ist ein Trugschluss zu denken, man könne da draußen irgendetwas “erobern”.

Dennoch ist das, was ich mache auch Sport. Klar, ich bin auch “Athletin” oder “Bergsportlerin” und auch bei mir geht es um Leistung. Aber für mich persönlich bedeutet das nicht, dass ich Rekorde aufstellen will, zumindest nicht im Sinne von “höher, schneller, weiter”.

Leistung ist relativ.

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Ich versuche, dem äußeren Wettbewerb mit innerer Gelassenheit zu begegnen und die Werte, die “Leistung” bedeuten, persönlich und entsprechend meiner Lektionen am Berg zu definieren. Mich interessiert weniger die Zahl, die neben einem Gipfel auf der Karte vermerkt ist, als das, was beim Anblick eines Berges in mir ausgelöst wird. Anstatt zu zählen, wieviele Kilometer und Höhenmeter ich zurücklege, versuche ich darauf zu achten, was ich auf meinem Weg erfahren kann.

Natürlich bin ich ehrgeizig und will “Einzigartiges” erreichen. Aber ich will den Weg dorthin dennoch in Ruhe gehen und meine physischen und mentalen Grenzen auf gesunde Weise erweitern. Ich suche also nach der Balance aus Ehrgeiz und Verantworlichkeit, aus Überblick und Achtsamkeit. Ich glaube daran, dass ich nur so die  professionelle Bescheidenheit als Bergsteigerin erreichen kann, nach der ich strebe.

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Auch die Nächte, und somit eigentlich alle 24 Stunden am Berg unter freiem Himmel zu verbringen, ist für mich sehr wichtig geworden. Nur so kann ich hautnah alles um mich herum wahrnehmen und ganz tief in mir aufnehmen. Besonders bei langen Projekten hat das eine starke und nachhaltige Wirkung auf mich. Wenn ich dann nach Hause komme ist es oft nicht einfach, wieder Dächer über dem Kopf zu haben.

Ich habe unterwegs angefangen die Sternbilder und Planeten lesen zu lernen. Früher orientierten sich die Menschen sehr stark nach Sternbildern. Heute nehme ich mir in meinem Alltag kaum Zeit, einmal nach oben zu blicken. Auch Tiere und Pflanzen besser kennenzulernen empfinde ich zunehmend als wertvoll. Hier kann ich noch eine ganze Menge lernen und das fühlt sich wunderbar an.

Goals

Mountains and water require modesty. I think it’s a fallacy to think anyone could conquer something out there.

Still, what I do is sport. Sure, I’m an “athlete”, “mountaineer”, “adventurer” or whatever you want to call me. And of course performance is important to me too. But for me personally that does not mean that I need to set records, at least not in the sense of “higher, faster, further”.

Performance is relative.

I try to face competition with inner serenity and to personally redefine what “achievement” means, according to my lessons in the mountains and on the water. I am less interested in the number that is noted next to a summit on the map, than what is triggered by the sight of a mountain within me. Instead of counting how many miles and feet I’m traveling, I try to pay attention to what I can experience on my way.

Of course I am ambitious and I want to achieve something “unique”. But I want to do that in a calm way, that allows me expand my physical and mental boundaries in a healthy way. I am looking to balance ambition and responsibility, oversight and mindfulness. I believe that this is the only way for me to achieve that professional modesty that I strive for as a mountaineer.

Spending the nights, and thus 24/7 in the open air, has become very important to me. It is the only way I can truly perceive everything around me and really take it all in. It has a strong and lasting effect on me, especially the long projects. When I get home it’s often difficult for me to fall asleep with a roof over my head again.

At night, I try to learn reading the constellations and planets in the sky above. In the past people were very much dependent on this for navigation. In my everyday life today, I hardly ever even look up. I also come to appreciate animals and plants more. There is so much to learn out there!