Die Bedeutung von Nachhaltigkeit

Global denken, lokal handeln

Dass mich die Themen Umwelt- und Klimaschutz noch mehr interessieren, seit ich die Berge zu meinem Lebensmittelpunkt gemacht habe, ist logisch. Fast täglich sehe, fühle, höre, rieche und schmecke ich nicht nur, wie wunderschön es draußen ist, ich erlebe an mir selbst und an den Menschen um micht herum auch ständig, wie wichtig es ist, den Kontakt mit der Natur nicht zu verlieren.

Prozesse in der Natur, ganz ohne sie esoterisch zu überhöhen, bieten Klarheit und Logik, Einfachheit und Ästhetik, und das ohne je platt oder langweilig zu sein. Für mich liegt die Motivation zu Klima- und Umweltschutz also nicht in einem Anspruch der “poltical correctness”, sondern in meinen täglichen Erlebnissen mit der Welt der Berge und des Wassers , die in mir Leidenschaft und Begeisterung wecken. Die Tatsache, dass wir vielerorts mit der Erde keinen verantwortungsvollen Umgang pflegen, sondern sie häufig als “Konsumenten” einfach ausnutzen, triggert einfach meinen Gerechtigkeitssinn. Aber anstatt zu resignieren, anstatt mich über “die” aufzuregen, die alles immer Falsch machen, möchte ich bei mir selbst anfangen. Denn es gibt eine Verbindung zwischen dem Großen und Kleinen, und dieser will ich mit meiner Art zu leben Rechnung tragen. Wenn wir uns alle der Kraft bewusst werden, die wir als Konsumenten haben, können wir viel bewegen.

Was ist unsere Heimat? Auch wenn wir uns täglich nicht aus einem gewissen Radius hinausbewegen sollten, klar, dawird schnell deutlich, dass die Zusammenhänge größer sind. Meine Heimat ist dieser Planet. Denn unser Wetter kommt nicht von Nebenan, unser Obst ist oft weiter gereist als wir, und unser politisches (Denk-)System ist älter und großflächiger vernetzt als unser Dorf. Zeitlich ist mehr als unsere Lebensspanne relevant, denn wir sind nicht nur von dem geprägt was was vor uns war, sondern ebenso prägen wir das, was nach uns kommt. Die Vergangenheit hat uns zur Gegenwart geführt, aber auch die Gegenwart führt uns in die Zukunft. Deswegen sind unsere Taten heute relevant.

Nachhaltigkeit neu denken

Der Begriff Nachhaltigkeit wird in den letzten Jahren überall bemüht. Alle wollen “nachhaltig” sein. Nicht nur Umweltschutzorganisationen setzen sich für Nachhaltigkeit ein, sondern auch Touristiker möchten im ihrem Namen handeln. Früher den “Ökofuzzis” vorbehalten, muss heute im (Lebensmittel-)Handel alles “bio” und “grün” sein, um sich gut zu verkaufen. Die Industrie – ich kenne das besonders aus dem Outdoorbereich – verspricht sich schon von einzelnen “nachhaltigen” Produkten einen positiven Imagegewinn. Während wir schließlich all diese positiv besetzten Güter “mit gutem Gewissen” konsumieren, stellen wir nicht mehr in Frage, was eigentlich dahinter steckt. Der Begriff “Nachhaltigkeit” ist weich gespült worden und hat für mich einen schalen Beigeschmack bekommen.

Man kann natürlich sagen, dass der “Trend Nachhaltigkeit” besser ist, als die ewige Jagd nach den Superlativen à la “höher schneller weiter” oder auch “billiger”. Aber ich finde es wichtig, genau hinzuschauen, damit man aufmerksam bleiben kann, wo der Begriff gegebenenfalls missbraucht wird.

Am wichtigsten ist mir allerdings, für einen positiver motivierten Umgang mit dem Umwelt- und Klimaschutz zu plädieren. Und für einen weniger dogmatischen, denn die Strenge nimmt oft die Freude weg.

Ich will nicht nur über Verlust von Freiheiten, Verzicht oder Qualitätseinbußen sprechen, wie es Begriffe wie “Flugscham” suggerieren. Ich will nicht sagen, dass man dies oder jenes “nicht darf”. Sondern ich will erzählen, wie sich meine Lebensqualität stetig steigert, seit ich mich darum bemühe mein eigenes Leben Klima- und Umweltfreundlicher zu gestalten. Außerdem möchte ich auch den Begriff Nachhaltigkeit gerne positiv wiederbeleben. Denn die Definition klingt nicht nur logisch, sondern auch reizvoll und inspirierend:

“Ein Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann.”

So steht es im Duden. Mir gefällt, dass Nachhaltigkeit somit als ganzheitliches Prinzip verstanden werden kann, dessen Wurzeln in den natürlichen Prozessen unseres Planeten liegen. Was kann es für ein besseres Vorbild geben, als diese weise alte Erde? Ich zumindest lasse ich mich von ihr nur zu gerne inspirieren und freue mich über alles, was ich von ihr lernen kann.

In den vier nun wöchentlich folgenden Blogartikeln werde ich auf unterschiedliche Aspekte von Nachhaltigkeit eingehen. Ich will beschreiben, wie ich sie in meinem Leben umsetze und ich freue mich, wenn meine Ideen über die Kommentare unter den Beiträgen mit denen von euch angereichert werden. Hier die Themen auf die ich in den kommenden Wochen eingehen werde.

Teil 1: Lebensmittel sind Mittel zum Leben

Alles was im Alltag benötigt wird fasse ich als Lebensmittel zusammen. Es geht in diesem Beitrag um Qualität und Quantität, um kreative Ideen zum reduzierten Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen und ganz konkret ums “richtige” Einkaufen. Ich werde aber auch auf ein paar Möglichkeiten eingehen, wie man das eigene Geld für Nachhaltigkeit arbeiten lassen kann.

Teil 2: Physische und psychische Nachhaltigkeit

Auch dem Körper genug Zeit für Regeneration, und den Emotionen für die Verarbeitung zu lassen, empfinde ich als einen ungemein wichtigen Aspekt von Nachhaltigkeit. Auch und gerade, wenn man sich physisch und psychisch weiterentwickeln will. Wie ich versuche meinem Ego zu begegnen und das eigene Maß zu finden, darum geht es in diesem Beitrag.

Teil 3: Fußabdruck der Reisen – nah und fern

Ich nehme meine eigenen Reisen und meine Fortbewegung als Beispiel, um über Möglichkeiten und Herausforderungen eines reduzierten ökologischen Fußabdrucks zu sprechen. Es wird nicht nur um Flugreisen gehen, sondern auch um lokale Fortbewegung und schließlich auch um das Gehen im wenig oder gar nicht aerschlossenem Gelände.

Teil 4: Verzicht ist Gewinn – Warum weniger Konsum Spaß macht

Meistens scheint, wenn wir über Umwelt- und Klimaschutz reden, die Aufforderung zum Verzicht mitzuschwingen. Insofern würde uns ein umwelt- und klimafreundlicheres Leben nicht nur Lebensqualität nehmen, sondern auch Freiheit, Geld und Zeit. Ich erzähle in diesem Beitrag davon, warum es mir damit ganz anders geht und ich eigentlich das Gefühl habe, meine Lebensqualität steigere sich zunehmend mit der Umstellung.

Ich verlinke in den Artikeln auch manchmal andere Seiten, die ich selbst gut finde und über die ich mich weiter informiert habe. Ich möchte allerdings betonen, dass ich davon keinerlei geldwerten oder sonstigen Vorteil habe.

Wen es interessiert: Ab heute ist in der BR Mediathek eine Folge der Sendung “bergauf bergab” online, in der ich vorkomme.

Day 88. How the Colorado River was born from the sea

I meet Antonia Torres Gonzalez who runs the little cultural center of the native Cucopah tribe. I feel like she is skeptical at first and I soon understand why. It is something I have witnessed on this trip, whenever talking to representatives of the Native American tribes. There is a way “we” want to see them, and there is a way they are, which many times their want to protect from the outsider, because they have been misinterpreted, misunderstood and their image has been manipulated many times over. It is a conflict that I will try to describe in more depth when I take the time to write my book.

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Day 86. Reforestation with Pronatura

Today I participate in an effort of reforestation in the small community of Pozas de Avizu. Pronatura Noroeste has brought along about 50 little trees of different kinds, that will grow well with little water in the arid soil. The place we plant them on is the „park“ of the town, although it currently really looks more like a dusty parking lot with a lost looking basketball hoop in the middle and loads of trash everywhere.

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Day 85. Dusty river

After spending the night in San Luis Rio Colorado, I hike a stretch of the dried out riverbed. I have seen pictures of what it looked like when the Pulse Flow of 2014 led some water through it and it was an entirely different world. Back then, kids were playing in the blue water and the insane amount of trash in the area had been cleaned up by residents welcoming the river back.

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Day 84. Paddling along the US-Mexican border

As Juan Butron takes us to the place where we will put in, below Morelos Dam, he tells us all the stories of what he has seen and experienced, when he was paddling along this section of the Colorado River, which meanders back and forth between Mexico and the US, along the border. For the first time on this trip I am getting nervous, as the stories all include violence and danger. Like one time when Juan went down on a science trip, collecting data with a his colleague Osvel. Mexican cops stopped them and he was held at gunpoint, while they were shouting at Osvel to put his hands up. But Osvel was holding the laptop with all the precious data, that would have fallen in the water, had he let go…

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Day 83. A river in conflict

Having seen what the situation at the border is like, I am still sort of confused about how to go about this next stretch, that meanders along the borderline. My only option to stay right on the “river” from the start, is to “illegally” cross the border time and again, and to launch at a spot, that is very hard to reach without a car, right below Morales Dam on the US side. That does not sound very tempting.

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Day 82. Resting

I am at the library again. Libraries have proved to be a great place of refuge on this trip. Books and focused silence create a good atmosphere to calm me down. Following my self created steps the other day, that I can now humorously look back upon, I have found some good places in Yuma, and am beginning to feel a little better.

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