Der Weg zu meinem Buch ALPENSOLO

Endlich mal wieder am Berg draußen schlafen. Nach einem glänzenden Nachmittag voller Lichtspiele über der Bernina, und einem gemütlichen Abend mit Raclette und Freundschaft in der Chamanna d’Es-Cha, suche ich mir einen schönen Platz unweit der Hütte. Ich atme tief die frische und satte Luft ein, und schaue noch ein paar Wolken zu, wie sie an den Sternen vorbei ziehen.

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Ich bin ziemlich müde: Die letzten Tage sind anstrengend gewesen, wenn auch voller aufregendem Input. Auf den Discovery Days in Flims-Laax-Falera habe ich einen kurzen Vortrag über „Anas Way West“ gehalten und viele tolle und inspirierende Vorträge von reisenden Kollegen gehört. Beim Transa-Outdoorfestival habe ich den Expeditionskoch Kieran Creevy kennengelernt und ausführlich neue Pläne für kulinarische Besonderheiten auf meinen kommenden Projekten geschmiedet… Mit dem Vorsatz, zuhause Flapjacks für unterwegs selber zu machen, schlafe ich ein.

IMG_8557_editedEs ist nicht sonderlich kalt. Oder besser gesagt, mein Schlafsack ist warm genug. Im Halbschlaf bekomme ich mit, wie es anfängt zu Nieseln, oder ist das …? Ich verkrieche mich tiefer in die Federn. Aufgeweckt werde ich tatsächlich von zärtlichen Schneeflocken, die auf meiner Nase schmilzen. Als ich meinen Kopf schließlich von der Kapuze befreie, entdecke ich einen weißen Haufen auf meinem Schlafsack. Und auch die ganze, gestern noch herbstlich warme Landschaft um mich herum ist von einer dicken Schneeschicht bedeckt.

Zugegeben, ich bin froh über die gemütlich warme Stube und den dampfenden Kaffee auf Michels Hütte. Der Abstieg ist leise. Die Abwesenheit von Geräuschen tut mir gut und ich nehme mir vor, diese Ruhe mit in die Stadt zu nehmen.

In München angekommen gehe ich in einen Buchladen bei mir um die Ecke. Es reizt mich doch zu sehr… es kitzelt geradezu. „Haben Sie das Buch ALPENSOLO? Es müsste heute herausgekommen sein…“ frage ich. „Ja, das sollte da sein.“ Die Verkäuferin geht mir voraus und mein Herz klopft plötzlich schneller. Und Tatsache, da steht mein Buch im Regal. Es wird richtig ausgestellt. Ich grinse so breit, dass die Verkäuferin mich etwas irritiert ansieht. „Das ist meins.“ sage ich, etwas kryptisch und füge erklärend hinzu „also, das habe ich geschrieben.“ Wie komisch es sich anfühlt, das zu sagen. Aber ja, so ist es.

Vor einer Woche habe ich das Buch zum ersten Mal in den Händen gehalten. Es ist leichter als gedacht, riecht frisch gedruckt und liegt gut in der Hand. Meine Lektorin bei PIPER hatte mich dazu in den Verlag eingeladen. Es gab Sekt, Konfetti, herzliche Glückwünsche und dieses unbeschreibliche Gefühl etwas geschaffen zu haben, das jetzt DA ist. Ein Buch. Ich liebe Bücher, aber noch vor etwas über einem Jahr wäre mir niemals in den Sinn gekommen, dass es einmal eines geben könnte, auf dem mein Name steht. Ob sich erfahrene Autoren an dieses Gefühl wohl gewöhnen, wenn es dann mal das vierte oder fünfte Buch ist?

Und morgen dann wieder so ein erstes Mal: Dann lese ich bei der Premiere bei Sport Conrad. in Garmisch aus meinem Buch vor. Es ist die erste einer ganzen Reihe von Lesungen in den nächsten Monaten. Während ich also durch die Gegend von Stadt zu Stadt tingle, werde ich mich der genauen Planung meiner nächsten Abenteuer widmen. Wer weiß, vielleicht gibt es ja dann sogar bald schon ein zweites Buch?

Bookrelease: Donnerstag, den 4. Oktober um 20 Uhr bei Sport Conrad in Garmisch-Partenkirchen.

Buchvorstellung: Samstag, den 20. Oktober um 20 Uhr beim Female Mountain Power Summit (Männer auch willkommen!) in Fischbachau.

Vortrag und Buchvorstellung in München: Dienstag, den 23. Oktober um 19:30 bei den Bergvisionen im Augustinerkeller in München.

Alle weiteren Veranstaltungen am Besten direkt auf der Seite von PIPER nachlesen.

7 Antworten auf „Der Weg zu meinem Buch ALPENSOLO“

  1. Hab gerade den Bericht auf Bayern 2 gehört.

    Hihi, draußen schlafen kann man ruhig auch im Tal und sogar unter röhrenden Hirschen, zwar ein wenig gruselig, aber mit ein paar Stolperfallen, dass sie im Fall der Fälle nicht über einen hinwegfallen, ist das auszuhalten. Oder noch besser, sich einfach ins Dickicht verziehen, wo ein großer Hirsch gar nicht erst durchkommt. Bitte dabei nicht auf einen Wildschweintrail legen. Hatte ich auch schon mal, das Rudel war sehr nett, es hatte mehrer Trails zur Auswahl und ist um mich herumgelaufen. Es war auf einer Art Plateau, Ich hatte nur diese Stelle mit den Wildschweintrails, sonst hätte ich mir einen anderen Platz gewählt. Wie du schon sagst, die Tiere sind nicht bösartiger als Menschen. Ein paar Durchgeknallte gibt es hier wie da. Und Kanadas Bären sind da, wo sie in der Wildnis leben und keine zu schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, auch sehr zurückhaltend. Mir ist einmal ein Grizzly gefolgt, das war im Herbst bei Neuschnee. Ich hatte extra gesungen, so dass der Bär mich hören kann und weiss, dass ich da bin. Na ja, er hat mich in Ruhe gelassen…fand wahrscheinlich nur meinen Gesang schön, war ein wenig neugierig und ist ein Stück hinter mir hergegangen :-).
    Die Wachheit die ich unterwegs draussen in der Natur erfahre, das ist das Verschärfteste. Im Büro schläft mein Körper und mein Geist ist beschränkt. Draussen bin ich wach und lebendig, echtes Leben eben.
    Ein ganzes Buch über meine Erlebnisse zu schreiben? Puh, ich wüsste gar nicht wo ich da anfangen sollte. Ich bewundere, dass du das geschafft hast ;-). Durch die Berge und die Natur zu ziehen find ich da weit weniger schwer.

  2. Hallo Anna, ich habe von Zeit zu Zeit Deinen Weg verfolgt. Zum Teil mit Skepsis ( ob sie das wohl schafft?), teilweise auch Sorge( dass ihr nichts passiert), und zum ganz überwiegenden Teil mit großem Respekt. Du hast es nicht nur geschafft und alleine darauf darfst Du sehr stolz sein, diese Ausdauer, diesen Mut dieses Abenteuer zu wagen und zu bestehen. Von mir ganz herzlichen Dank, daran in Gedanken teilhaben zu dürfen und die besten Glückwünsche und Wünsche für all das was noch kommt. Liebe Grüße; Ralf
    Und nun muss ich Dein Buch bestellen.?????????

    1. Lieber Ralf,
      vielen Dank für deine Worte, das freut mich sehr und ist wirklich motivierend für mich!
      Wenn du magst, kann ich gern mal schauen, ob es eine Lesung bei dir in der Gegend gibt, oder ob ich da noch eine organiseren kann ;-).
      Liebe Grüße,
      Ana

      1. Hallo Ana, das wäre großartig. Ich wäre sicher da. Also sollte es so sein, muss ich das wissen. Danke PS : Buch ist geordert.
        Oberbergischer Kreis. Gummersbach und Umgebung. Ca. 30 kn vor Köln, selbst da würde ich natürlich hinfahren.
        Gruß Ralf

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